Marlene
Der
Stuhl auf dem ich sitze, ist bequem, lehne mich an die Rückenlehne.
Fühle
Halt am Rücken und spüre die Sitzfläche.
Von
draußen kommt gedämpft der Verkehrslärm herein. Die Inhaberin des Ladens tippt
auf der Tastatur. Es riecht muffig nach altem Papier und Holz.
Meine
Schreibschwestern sitzen verteilt auf ihren Stühlen zwischen den Bücherregalen.
Alle scheinen sehr konzentriert und lassen ihre Stifte über das Papier tanzen.
Von zweien sehe ich nur die Beine aus der Regalnische heraus schauen.
Der
ganze Raum ist längs und quer vollgestellt
mit Holzregalen, die angefüllt sind mit Büchern aus dem 19. und sogar aus dem
18.Jahrhundert. So ein Buch, in der Hand zu halten, ist schon ein besonderes
Gefühl.
Ich
nehme einige aus dem Regal, blättere darin, lese einige Zeilen.
Möchte
gern alle zur Seite legen, um später mehr zu darin zu lesen.
Aber
Entscheidung ist angesagt. Ich kehre wieder zurück zu dem Buch, was ich als erstes
aus dem Regal nahm.
Aber das schreibt ja nur der Übersetzer Weihnachten 1922,
Atlantischer Ozean,
2.Etage. Ich
bin beeindruckt von der Wortwahl. Die Blätter des Buches sind gelb, weich
und wirken sehr verletzlich. Spüre die Empfindlichkeit beim Umblättern, also
vorsichtig.
Ich
lese auf Seite 150 die Beschreibung des Ortsnamens „Pforzkirchen“. Die erste Silbe
dieses Wortes heißt auf Spanisch “starker Wind, hinter dem nichts ist“.
Das
belustigt mich und ich möchte weiter lesen, also kaufe ich das Buch
für
acht Euro.
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