Montag, 2. Januar 2017

4. Schreibnacht im Museum



Elfi
Der Fund im Garten

Selten gab es solche Tage wie heute, wo es dunkel war und der Nebel die Welt verschleierte. Dabei hatte ich doch noch soso viel zu tun.
Nervös lief ich von einem Zimmer zum anderen. Nicht immer muss die Sonne scheinen, doch etwas freundlicher hätte sich das Wetter schon gestalten können.
Na, gut, es geht nicht anders. Zieh mir einfach schon mal die Gummistiefel an, dann die alte Strickjacke, die mir Oma einst strickte. Eigentlich hatte die Jacke schon lange ihren Dienst getan und sollte ausrangiert werden…
Der nochmalige Blick aus dem Fenster gab mir Mut, es mit der Arbeit im Garten zu versuchen. Langsam verzog sich der Nebel. Nichts, wie raus. Aus dem Geräteschuppen holte ich einen Zinkeimer und einen Spaten, um die Beete umzugraben. Der erste Spatenstich zeigte mir aber, die Erde war noch viel zu nass, um sie umzugraben. Alles klebte fest am blitzenden Metall.
Was tun? Hätte ja auch noch ein paar Tage Zeit mit der Arbeit. Behäbig stützte ich mich auch dem Spatenstiel und dachte nach; doch ich fing wieder an, die klebrige Erde umzuwälzen. Auch fand ich von Zeit zu Zeit einige Steine, die ich sorgsam aufsammelte. Etwas angemodertes Holz zog ich auch aus der Erde.
Irgendwie war ich beim Graben zu tief geraten, was ich doch gar nicht wollte. Ich bückte mich wieder, etwas Hartes war da noch, in der Hand hielt ich einen
Knochen. War das von einem Tier? Ich sah ihn von allen Seiten an. Nein, so sah kein Tierknochen aus. Besah ihn noch mal von allen Seiten.
Dann fand ich auch noch Fingerknochen. Das war mit Bestimmtheit etwas Menschliches. Wer hatte sie da vergraben? Hatte hier jemand eine Leiche vergraben? Mir lief es schauerlich über den Rücken, aber ich hörte nicht auf zu graben. War es Neugierde? War es menschliche Schwäche, immer weiter zu graben? Was kommt als Nächstes hervor? Ich grub schneller, der Schweiß lief mir von der Stirn. Und jetzt, da, etwas Rundes, ein Totenschädel. Oh, wie schauerlich, Was mache ich denn jetzt? 
Kann ich so weiter graben? Ist es denn nicht schon etwas für die Polizei? Die Neugierde wurde immer größer, ich musste mich doch bremsen…
Mein Atem ging schwer, was habe ich da nur gefunden? War es ein Mord? Wer war diese Person? Mann oder Frau, und warum gab es dieses kühle Grab? Endlich hörte ich auf, ging ins Haus und griff zum Telefon.

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