Ilona
Jutta und Gabi
Wer
hätte das gedacht?
Jutta
und Gabi sitzen tatsächlich im Eidelstedter Museum, übrigens piekfein in Schale,
in dem langersehnten Kindersitz und dem Kinderwagen. Juttas Haare perfekt
onduliert.
Ihr
Gesicht sprach Bände, als ich reinkam. Hörte noch ihre leise gesprochenen Worte:
"Um Gottes Willen!".
Für
Juttas Schreck hatte ich Verständnis, weil ich als Puppenmutter nicht besonders
pfleglich mit meinen Kindern umgegangen war. Juttas Haare waren von mir so
häufig gewaschen worden, dass sich die Perücke gelöst hatte.
Gabi
gab mir deutlich zu verstehen, dass auch sie sich den Aufenthalt bei mir nicht
zurück wünschte, denn sie hatte meine Verpflegung noch gut in Erinnerung.
Abends gab es häufig von mir selbst zubereitete Bratkartoffeln mit Mischkaffee,
fein gemust, damit die Portionen auch in den Puppenmund passten. Dabei verlor sie
nach und nach ihre oberen Vorderzähne. Die unteren Zähne hatte sie, Gott sei
Dank, noch.
Besänftigen
konnte ich beide nicht, obwohl ich in ihnen Erinnerungen an unsere wilden
Tobereien abends im Bett zu wecken versuchte, die auch ihnen Spaß gemacht hatten.
Selbst
das Weihnachtsfest hatte Jutta und Gabi nicht gefallen. Meine Mutter hatte
Jutta und Gabi völlig neu mit selbst gestrickten Röcken und Pullovern
eingekleidet - sehr schnieke. Als ich beide neu eingekleidet unter dem
Tannenbaum entdeckte, war mein Kommentar: "Na, ihr beiden, auch wieder
da?" Nicht nur Jutta und Gabi waren beleidigt, auch Mutti.
Den
Wunsch meiner Puppentöchter, im Museum zu bleiben, habe ich akzeptiert und
sogar verstanden.
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