Maren
Magda an der Bus-Haltesstelle
Magda
kam vom Markt. Ihr Hackenporsche war voll beladen. Sie hatte reichlich
eingekauft. Der Deckel ließ sich nur schwer schließen, seitlich ragte noch ein
weißgrüner Porree-Stängel aus der Tasche. Sie schaute sich an der
Bushaltestelle um und kalkulierte dabei, ob sie den Einstieg in den Bus als
erste schaffen würde. Erfahrungsgemäß hielt hier der Bus und genau an dieser
Stelle wurde die hintere Tür geöffnet. Sie musste zuerst in den Bus, um den
besten Platz zu ergattern. Danach sollten doch andere mit Rollatoren oder
Gehwagen kommen. Jetzt stellte sich sogar noch eine Mutter mit einem großen
Kinderwagen zu den Wartenden. Na, diese Mütter nehmen sich oft viel heraus, nur
weil sie glauben mit ihrer Brut überall Vorrang zu haben. Da hatten sie aber
nicht mit Magda gerechnet. Magda stellte sich deutlich an die Kante der
Haltestelle, es gab kein Vertun, sie würde sich zuerst durch die Bustür
zwängen. Und dann dieser junge Schnösel, wie gut, dass er nur auf sein Handy
starrte. So hatte er strategisch schlechtere Karten, in dem Gemenge an
vorderer Stelle zu sein. Magda stellte
sich neben ihren Hackenporsche, dadurch hatte sie eine größere Breite zum Agieren.
Irgendwie lebte sie auf in diesem täglichen Kampf um den besten Platz. Das war
ihr Metier. Heute jedoch gehörte sie zu den Verliererinnen. Der Bus hielt im
hinteren Bereich des Busbahnhofes. Magda stolperte in die Richtung. Alle
anderen waren vor ihr. Nur mit Hilfe der Mutter und des jungen Mannes konnte
sie noch in den Bus gelangen, beide halfen ihr beim Einsteigen und hievten ihre
schwere Einkaufstasche hoch. Magda stand eingequetscht und ohne Sitzplatz
seitlich der Tür. Durch die Freundlichkeit der Helfenden verlor Magda schnell
ihre Garstigkeit. Sie schaute wohlwollend in den Kinderwagen. Der Mutter
gratulierte sie zu so einem lieben Baby und bemerkte dabei, dass Mütter es in
öffentlichen Verkehrsmitteln oft schwer hätten.
Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen