Freitag, 20. Dezember 2019

Dezember


Ilse
Dezember

Ein Monat voller Überraschungen. Der Adventskalender bekam in dieser Zeit eine besondere Bedeutung. Sollte er die Zeit verkürzen? Mir schien sie trotz allem unendlich lang und nicht zu vergehen bis zum Heiligen Abend.
Das bunte Pappgebilde hatte auf seiner Vorderseite eine winterliche Szene und hing an der Wand. Zu sehen war eine Stadt mit wunderschönen Häusern rund um einen Marktplatz, ganz anders als die zerbombten und noch nicht wieder aufgebauten Häuser in meiner Umgebung. Buntes Treiben war dort zu sehen, ein Weihnachtsmarkt mit Karussell bei dem Kinder durch die Luft flogen und ein Lebkuchenstand, viele Menschen, die durch die Stadt eilten mit Paketen schwer beladen und eine Kirche mit hohen Fenstern und einem großen Eingangsportal. Zahlen von 1 bis 24 waren auf Türen und Fenstern verteilt. Bis Weihnachten durften wir drei Kinder im Wechsel jeden Tag ein Fensterchen oder Türchen mit dem Datum des Tages öffnen. Was verbarg sich dahinter? Es kamen Sterne, Kerzen, Engel, Schlitten, Tannenbaum, Lebkuchen, Adventskranz, bunte Pakete, Eisenbahn, Puppen zum Vorschein.
Die Zeit regte uns an zu basteln, einen Wunschzettel zu schreiben und uns zu überlegen, mit welchen Dingen wir unseren Eltern, Tante und Onkel und der Großmutter eine Freude zum Fest bereiten könnten.
Plötzlich waren die Puppe und der Teddy verschwunden. Wo waren sie nur geblieben? Die sind wohl beim Weihnachtsmarkt, hieß es.
Abends durften wir nicht mehr ins Wohnzimmer kommen. Was passierte dort hinter der verschlossenen Tür? Es raschelte und knisterte geheimnisvoll. Doch das Rätsel ließ sich nicht lösen.

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