Ilse
Maikäferflug
Abends
schwärmen sie aus, die Maikäfer.
Wenn
in unserer Stube das Licht brennt, fühlen sie sich angezogen. Plopp-plopp macht
es an der Fensterscheibe. Dann schauen wir hinaus, sehen sie fliegen. Oft liegt
schon einer oder ein zweiter auf dem Rücken vor der Tür vom Nachbarhaus. Das
Licht der Hausbeleuchtung war ihr Ziel.
Das
ist ihnen nicht gut bekommen. Nun strampeln sie mit den Beinen oder liegen
ermattet da. Aus dieser Lage können sie ihren schweren Körper nicht drehen.
Kein Halt, kein Blatt, kein Zweig in der Nähe, um sich Unterstützung zu holen.
Zeit, sie zu retten.
Wir
machen uns auf den Weg. Auch vor unserer Tür liegt ein Krabbeltier. An unserem
ausgestreckten Finger klammert es sich fest, findet Halt und lässt sich ins
Grün tragen. Sofort kann der Käfer nicht davonfliegen. Er muss sich erst
aufpumpen, um abheben zu können. Wir können ihn in Ruhe betrachten und sehen,
ist es ein Weibchen, ein Männchen?
Die
Erkennungsmerkmale sind die Größe der Fühler, das schmale oder beim Weibchen
das breite Hinterteil und die weißen Flecken unterhalb der Flügeldecken, die
beim Männchen größer und farblich intensiv weiß sind.
Zwei
haben wir ins Haus geholt. Ein Glas, wie in Kinderzeiten, wird ihr Domizil für
die Nacht, um die Käfer in Ruhe anzuschauen und am Morgen bei Tageslicht ein
Foto zu machen. Dafür setzen wir sie auf die Treppe im Garten. Sie machen sich
gleich auf den Weg ins Grün.
Es mu
ss verlockend duften, so zielstrebig wie sie
darauf zusteuern. Irgendwann sind sie verschwunden. Am nächsten Abend
wiederholt sich das Spiel, der Maikäferflug. Bis zu den Eisheiligen. Die
Temperaturen sinken massiv. Regen fällt und Graupelschauer prasseln vom Himmel.
Käfer sind nicht zu sehen. Ist der Flug der großen braunen Käfer vorbei oder
lassen sie sich in diesem Jahr noch einmal beobachten?
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