Elke
Ich kaufte mir beim Bäcker ein Brot, Dinkel-Sauerteig natürlich, weil das länger saftig bleibt und Dinkel bekömmlicher ist.
Es war ganz frisch und duftete herrlich. Voller Vorfreude auf ein leckeres Frühstück schnitt ich mir zwei dicke Scheiben davon ab und legte sie auf einen Teller. Nun fehlten nur noch Butter und Käse. Als ich alles beisammen hatte, machte ich es mir im Wohnzimmer gemütlich und deckte am Esstisch mit dem großen duftenden Rosenstrauß meinen Frühstücksplatz.
Gerade als ich genüsslich vom Käsebrot abbiss, klingelte es an der Haustür und meine Tochter Regina stand freudestrahlend vor mir und hielt mir eine Tüte gebrannte Mandeln vors Gesicht.
“Hab ich Dir vom Dom mitgebracht“, sagte sie.
“Danke, ich frühstücke gerade“, nuschelte ich mit vollem Mund. Die gebrannten Mandeln verlockten mich dann doch mit ihrem unwiderstehlichen Duft, und ich griff zwischen Käsebrot und Kaffee in die Tüte mit der Zimt-Vanille-Note.
„Du hast ja gar keinen Weihnachtsschmuck, keine Tannenzweige“, registrierte Regina, als sie ins Wohnzimmer trat. “Warte, ich habe gerade einen Schwung Tannenzwei.ge aus dem Klövensteen im Auto, die riechen so schön nach Wald.“
Meine Wohnung, die sich bisher olfaktorisch eher unauffällig gestaltete, hatte sich innerhalb von zehn Minuten in einen Sinnenrausch für die Nase verwandelt. Der Kaffeeduft kämpfte mit frischem Brot, altem Käse und Vanille-Zimt-Aromen der Mandeln und die Rosen hatten es schwer, sich gegen die intensive Tannenwaldnote durchzusetzen.
Glücklicherweise benutzte meine Tochter nur ein dezentes, eher frisches Parfüm, das nun einen leicht blumigen Duft mit an den Frühstückstisch brachte.
Ich war überwältigt von allem – von Überraschungsbesuch, Mandeln und Gerüchen!
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